Cook au Barcelona – 4 Tage

Saison-Pause und Frühlingsreise Nummer zwei: Barcelona Ende April. Die 1.6 Millionen Einwohnerstadt direkt am Mittelmeer wurde wegen genau dieser Lage und dem Ruf herrlicher Sangrias, Paellas und Tapas und natürlich dem Überfluss an Kultur, auserwählt. Schön stellten wir es uns vor und packten motiviert schon gleich mal die Hälfte des Koffers mit Sommerkleidung voll. Eine Fehlentscheidung die uns in diesem Reise-Frühjahr irgendwie stets verfolgt.

4 Tage Barcelona –
What to do?

Wir sind nach einigen Reisen bereits erprobte Städtetripper und überaus ausdauernd was Sightseeing und das Einatmen der Stadt betrifft. City-Trips for Pros quasi. Wanderurlaube sind noch nicht so ganz unseres, dafür laufen wir gerne 15 bis 20 Kilometer durch die Gassen der Städte. Kommt und folgt uns durch Barcelona.

JUST GO FOR A WALK

Gebucht wird stets ein Hotel in bester Ausgangslage, was genauer heißt, dass eine jeweilige Metro-Station in der Nähe sein muss. Rein in diese und raus in eine der meist frequentierten Stationen. Dann gibt man sich das Treiben von Menschenmassen bis man merkt, dass einem das gar nicht liegt und biegt sofort bei der ersten Gasse ab. Gegen den Strom wär zu anstrengend, aber ein gewisser Fluchtgedanke weg vom Strom trifft uns beide jedes Mal.

Diesmal war es eine der Stationen, die zur Las Ramblas führt. Ramblas, das sind zentrale, total quirlig, total überfüllte Boulevards, die mitten durch die Altstadt führen. Viele sagen, hier pulsiert das Leben. Zumindest das touristische. Ja, wir mögen solche hochtouristischen Gebilde und geben uns auch diese Klassiker – aber nicht sehr lange. Wir schaffen das für gefühlte sieben Minuten und biegen dann links oder rechts ab. In eine ruhigere Seitenstraße und gehen dann einfach mal drauf los. Wir sind auch in Barcelona marschiert und haben geschaut und haben entdeckt und sind so beinahe durchs ganze Barri Gotic (gotische Altstadt-Viertel) gewandert. Ungeplant vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der Kathedrale, der Santa Maria del Mar, dem Santa Catarina Markt bis hin zum Alten Hafen am Meer. Gässchen über Gässchen, Leute über Leute und jede Menge Reize und Impressionen haben wir so gewonnen und die Stadt auf eine ganz andere Art und Weise kennengelernt – nämlich auf ihre ganz eigene Art und Weise.

FINDE EINEN AUSSICHTSPUNKT

Wir haben das in einer unserer früheren Reisen (Bangkok genauer gesagt) schon so gemacht und es hat sich bewährt. Landeier wie wir können oftmals die Größe einer Metropole nicht ganz begreifen. Interessanterweise stellen wir uns die Entfernungen zwischen den „Must-See“-Punkten immer viel viel weiter vor, als sie tatsächlich sind. Also suchen und finden wir meistens einen Aussichtspunkt, auf den wir rauf können um dann mal als ersten Eindruck die Stadt von zu erhaschen.

Aussichtspunkte gibt es in Barcelona viele, auf einigen waren wir, andere haben uns Besucher und Einheimische empfohlen:

Die Kolumbussäule

Am Ende der Ramblas, am Alten Hafen, steht die Kolumbussäule (Monument für Christoph Kolumbus). 60 Meter ist das Teil hoch – bitte, nicht verwechseln mit der Statue eine Kreuzung weiter oberhalb. Die hat zirka 8 Meter, was nicht heißt dass wir nicht staunend kurz überlegt haben, ob sie Kolumbus darstellen könnte. Peinlich. Egal – diese Seefahrer sehen aber auch alle ähnlich aus. Was viele nicht wissen, oben auf der Kolumbussäule, direkt unter den Füßen des Entdeckers, liegt eine Aussichtsplattform. Wenn man unten steht fragt man sich schon, wie das denn gehen soll. Aber in der Säule fährt ein kleiner Fahrstuhl bis nach oben. Dort oben hat man einen Blick über ganz Barcelona.

Fairerweise muss man dazu sagen, dass diese Aussichtsplattform ungefähr die Größe einer Nussschale hat, deren Boden etwas nach außen geneigt ist. Die Lady mit Ihrer Höhenangst wär fast kollabiert. Zu allem Überfluss schwankt das Teil bei starkem Wind. Aber man hat die ganze Aussichtsplattform für sich (gut, es haben auch nicht wirklich viele Platz). Ein Erlebnis. Eine Mischung aus touristischem Must und Verhaltenstherapie zur Bewältigung von Platz- und Höhenangst, aber man hat die Stadt für sich alleine und das kann man nicht oft in Barcelona sagen.

Kostenpunkt für die Auffahrt EUR 6,- pro Person

Metrostation: Drassanes

Adresse: Plaza Portal de la Pau, 08002 Barcelona

Kolumbus Statue
Kolumbus Statue

Panorama KolumbussstatueParc Güell

Ah, Parc Güell. Wir sind stets hin und her gerissen, ob wir die Top-Sightseeing Punkte denn überhaupt sehen wollen. Irgendwie hat man durch Recherche und Urlaubsportale das Gefühl, man könnte sich den Besuch einfach auch sparen. Tja, das mag sein. Aber im Fall des Parc Güells wäre das eine katastrophale Fehlentscheidung.

Als Aussichtspunkt ist der Parc Güell eine Empfehlung. Man hat nicht zwingend einen ultra-freien Blick auf die Stadt, da halt immer irgendwelche Pflanzen in das Blickfeld stehen aber für alle, die der Natur noch etwas abgewinnen können, ist er einen Besuch wert. Den ganzen Spaziergang durch den Park sieht man die Stadt und oben angekommen gibt es dann neben dem obligaten Selfie-Point dann auch Platz und Ambiente zum Ausruhen und Genießen. Top!

Bus: 119er

Carrer d’Olot, 3, 08024 Barcelona

Panorama Parc GüellBunker del Carmel

Der Vollständigkeit halber ist hier auch der Bunker zu erwähnen, den wir selber zwar nicht gesehen haben, der uns aber empfohlen wurde. Sonnenuntergänge sollten hier der absolute Wahnsinn sein. Derselbe Bus, der zum Parc Güell fährt, hält dann in der nächsten Station am Bunker.

Die Bilder online sind der Hammer und der Bunker kommt auf die Liste für den nächsten Barcelona Besuch.

Carrer del Turó de la Rovira, 61I, 08032 Barcelona

el Bunker del Carmel Der Montjuic

Einen ganz anderen Blick über die Stadt bekommt man am Montjuic, dem Hausberg Barcelonas. Der ragt sich vom Hafen einmal himmelwärts. Für alle Schwindelfreien und Ansteh-Experten unter euch gibt es die Möglichkeit mit der Seilbahn einmal übers Wasser auf den Berg zu fahren. Tja,… wir präferieren wie immer Bodenhaftung und stiegen in den Bus ein. Oben angelangt hat man wirklich die beste Aussicht: Auf der einen Seite sieht man die Hafenanlage und den Flughafen und auf der anderen Seite sieht man Stadt und das Meer.

Bus: 150er

Carretera de Montjuïc, 66, 08038 Barcelona

Alter Hafen vom MontjuicDer Tibidabo

Den höchsten Berg Barcelonas haben wir nicht geschafft bzw. steht er auf der To-Do-List für unseren zweiten Barcelona Besuch. Unbedingt möchten wir dort rauf und den Vergnügungspark und die Kirche Sargat Cor sehen.

Camí del Cel del Tibidabo, 08035 Barcelona

SIGHTSEEING ABER RICHTIG

Sagrada Familia

Sagrada Familia Wir sind uns dessen bewusst, dass die Basilika Sagrada Familia wohl für die meisten keiner Erklärung mehr bedarf und dass sie auch zu den (oft augenverdrehenden) Sightseeing-Tempeln abgestempelt wird. Aber um ehrlich zu sein: Sowas hat man aber auch noch nie gesehen…

Man kommt ja gar nicht daran vorbei, sogar wenn die absoluten Anti-Sightseeer unter uns es tun möchten – du hast keine Chance. Egal wo du dich in der Stadt befindest, du wirst irgendwann mal daran vorbei kommen. Und das ist auch gut so. Diese ewige Baustelle ist wirklich einen Besuch wert. Wir waren zwar nicht drinnen, nein, wir haben uns aber die Zeit genommen und sind rund herum gewandert und haben bewusst jede einzelne Seite angesehen und bewundert. Die unterschiedlichen Fassaden lösen immer wieder Diskussionen aus und man muss sie schlichtweg gesehen haben. Eins ist klar, so unterschiedlich die Fassaden der Sagrada Familia auch sind, eins haben sie gemeinsam: Sie stecken voller Symbolik, irren Arbeitsleistungen und sind wunderschön.

Der Bau ist unbeschreiblich und unbeschreiblich überdimensioniert und wir wollen wiederkommen und uns den Baufortschritt erneut ansehen und sie auch betreten, wenn die Basilika fertiggestellt wird. Wir sind auch heute noch froh, dass wir Zeit und Muse hatten, die Sagrada lediglich von außen betrachen zu können uns die Zeit für den Bau genommen haben. Gleich gegenüber der Nordfassade (die älteste aller Fassaden) befindet sich ein kleiner Park Plaza del Gaudi, der eigentlich nur aus einem Teich und einem Weg besteht. Aber man hat hier die Möglichkeit Platz zu nehmen und die Sagrada noch mal in Ruhe zu Betrachten.

Sagrada Familia aus dem Plaza Güell Sagrada Familia die ewige Baustelle Plaza Güell bei der Sagrada Familia

Hospital de la Santa Creu i Sant Pau

Natürlich möchte nie jemand in ein Krankenhaus müssen, aber wenn man in eines müsste, dann würde man sich wünschen, dass man in dieses kommt – zumindest architektonisch. Das alte Krankenhaus Barcelonas ist zwar nicht mehr das offizielle Krankenhaus, wurde generalsaniert und steht nun interessierten Besuchern offen. Es gibt zwar keine Krankenbetten mehr zu besichtigen, jedoch gibt es Ausstellungen über seine Geschichte – denn als es 1902 geplant wurde, galt es als ein für die damaligen Verhältnisse revolutionäres Stadtkrankenhaus. Alles nicht uninteressant, aber im Grunde geht es um die Architektur dieses Meisterwerkes. Der gesamte Hospital-Komplex  ist eine Perle des Jugendstils, der von Detailliebe und Kitsch nicht zu übertreffen ist. 26 Pavillions, wunderschöne Gebäude und eine einzigartig angelegte Gartenanlage haben hier früher PatientInnen beherbergt. Verdammt schön, wenn die Sonne die Dachziegel glitzern lässt und verdammt schön, diese ganzen Farben und die ganze Kunst. Verdammt schön auch, dass hier nicht wirklich viele Touristen hereinströmen.

Der Blick vom ersten Stock des Verwaltungsgebäudes lässt einen schon kurz den Atem stocken: Durch die hohen Fenster offenbart sich die Sagrada Familia – Room with a view, sozusagen. Pah, es gibt schlechtere Plätze.

Hospital San Pau
Verwaltungsgebäude Hospital San Pau

Hospital san PauInnenhof Hospital San PauInnenhof Hospital San Pau

Ausstellung im Pavillion im Hospital san Pau
Ausstellung im Pavillion im Hospital san Pau
Blick aus dem Verwaltungsgebäude des Hospital san Pau zur Sagrada Familia
Blick zur Sagrada Familia

Decke im Pavillion Hospital san Pau Parc Güell

Aquädukte, Märchenhäuser, Drachen, Grotten, verwachsene Plätzchen und ein magischer Blick über ganz Barcelona. Was Antoni Gaudi hier geschaffen hat, lässt verwunderte Besucher zurück – aber glückliche. Das Kerlchen war ein Universalgenie, so viel ist gewiss: Architekt, Künstler, Kunsthandwerker und Landschaftsgestalter.

Gleich vorweg: Ja, es sind unendlich viele Besucher hier und ja, es wäre idyllischer, wenn man den Parc für sich alleine hätte – aber das wär wohl auch am Empire State Building so. Also rein ins Vergnügen:

Man betritt den Park und kann sich gleich entscheiden, welchen Weg man losstartet. Ohne viel nachzudenken haben wir uns treiben lassen. Wir sind den ersten Weg hinaufspaziert, das erste Mal Sonnenschein, den Blick über Barcelona schweifen lassen und ein Musiker spielte einen Violinen-Remix von Coldplays „Clocks“ – fast nicht zu ertragen wenn es mal zu schön wird. Gänsehaut abgeschüttelt und einfach drauf los spaziert, immer weiter rauf. Den Duft von omnipräsenten Lavendel in der Nase, geschwungene Steinbänke zum Ausruhen und Verweilen. Ein paar unebene Stufen später ist an auch schon auf dem höchsten Punkt und kann die Stadt nun so richtig von oben bestaunen.

Der Park ist eine einzigartig durchdachte, geglückte Symbiose von Architektur und Natur. Gaudi hat sich hier ausgetobt und auch auf die Materialien geachtet: Die bunten Mosaike sind Keramikabfälle aus den benachbarten Fabriken und immer wieder sieht man in den Deckenrosetten Tellerböden oder Tassenhenkel, die eingearbeitet wurden. Durch das Innere der dorischen Säulen wurde ein Abwassersystem eingebaut, das Regenwasser zu einem unterirdischen Wasserdepot führt.

Ein paar Tipps von uns: Wir waren vorab bei der Sagrada Famila und dem Hospital de San Pau und rein logistisch gesehen bietet sich dann ein Besuch im Parc Güell an. Wir waren kurz so motiviert, den Weg zu Fuß zurück zu legen. Das kann man schon mal machen, wir waren aber sehr sehr froh, es nicht getan zu haben. Als sich unser Bus den Berg hinauf geschlängelt hat, hatten unsere Beine bereist Phantomschmerzen. So sind wir bequem direkt vor dem Parc aus dem Bus gehüpft und waren für den Spaziergang fit und fröhlich.

Es gibt WC Anlagen im Parc Güell. Punkt. Für viele ist diese Information lebenswichtig – für die Lady nämlich. Und wenn man eine Blase wie eine Mini-Maus hat, sollte man das Angebot im Eingangsbereich ausnutzen und sich nicht im Parc auf die Suche begeben. Sie hat das zusätzliche Toiletten-Angebot nämlich nicht gefunden und ist dann den ganzen Weg zurück geeilt… und dann wieder rauf. Elend. Lässt sich verhindern.

Nächster und vermutlich wichtigster Tipp: Der Parc Güell ist grundlegend kostenfrei besichtigbar, jedoch gibt es diesen einen Platz in der Mitte der Anlage, der immer gern als Fotomotiv herhält und 7 Euro pro Person kostet. Unserer überaus bescheidenen Meinung nach, kann man sich die 7 Euro getrost schenken. Erstens hat man von überall Einsicht auf diesen Platz und es hat sich uns nicht ganz erschlossen, was man hier erleben könnte, das 7 Euro rechtfertigt. Wir hatten ob der Reisezeit noch Glück, es war nicht wirklich viel los. Jedoch kann schon mal sein, dass es hier auch zu Wartezeiten kommt und man nur 400 Personen halbstündlich rein lässt. Die Coldplay-Violinen-Idylle könnt sich dann schon mal schlagartig in das Grauen verändern, das gilt es bitte herauszufinden.

Fun Facts: Eigentlich war der Park als eine Art Siedlung geplant, mit mehr als 60 Villen. Aber niemand hatte Interesse, also wurden lediglich zwei Häuser gebaut und in einem wohnte Antoni Gaudi selbst.

Österreichs Garten mit Meerblick – der Jardí d’Àustria: 1977 präsentierte sich Wien mit einer großen Ausstellung in Barcelona. Im Zuge dieser Präsentation spendete man einen österreichischen Baum – und der damalige Bürgermeister fand es eine glorreiche Idee, den Baum in den Parc Güell zu pflanzen. Aus dem einen Baum wurden in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Bäume gepflanzt und so sind nun alle neun österreichischen Bundesländer und die Stadt Mariazell vertreten.

Nicht alle Bäume konnten sich an das mediterrane Klima gewöhnen und gingen ein.

Panorama Parc Güell Panorama Parc Güell Panorama Parc GüellEl Born Centre de Cultura i Memoria
(Ausstellungszentrum El Born)

Wir sind ein bisschen versehentlich in dieses Ausstellungszentrum gestolpert. Auf unserem hungrigen Weg zum Restaurant war da plötzlich diese große Markthalle. Völlig ohne Idee gingen wir kostenfrei hinein und sahen da plötzlich Ausgrabungen unter der historischen, ehemaligen  Markthalle-einer überragende Konstruktion aus Glas und Gusseisen-Querstreben.

Neben dem architektonischen Augenstern haben wir den Sinn nicht sofort erfasst: Ein paar Gedenktafeln zum Spanischen Erbfolgekrieg, ein paar alte Markthallen und gar nicht so wenig Ausgrabungen. Aber kurz zusammengefasst:

50 Jahre nachdem die Großmarkthalle geschlossen wurde und das Viertel so vor sich hinvegetierte, verlangte das Volk die Restaurierung. Zuerst fungierte das Gebäude dann als Kulturzentrum, mit mäßigem Erfolg. Barcelona entschied sich dann in die alte Hülle eine Bibliothek mit unterirdischen Deopots zu gründen und bei den Aushubarbeiten stieß man dann urplötzlich auf altes Gestein. Im Erbfolgekrieg (um 1714) wurde das Ribera-Viertel nämlich schwer bombardiert. Jetzt lag aber das Ribera-Viertel damals schon auf Überresten, dessen älteste Schichten bis weit ins Mittelalter zurückreichen. Alle Schichten wurden nun freigelegt und das freut nicht nur die Archäologen, sondern auch Besucher. 50 verschüttete Häuser wurden nun freigelegt und irgendwie in diese Markthalle integriert.

Einen eigenen Ausflug können wir zwar nicht empfehlen, aber man ist irgendwann so oder so in diesem Viertel und dann sollte man schon einen Blick auf diese Ruinenlandschaft riskieren.

Plaza Comercial 12, 08003 Barcelona, Spanien

Kulturzentrum El Born
Ausgrabungen in der alte Großmarkthalle in El Born

Kulturzentrum El BornSafran kaufen am Mercat de  Santa Caterrina

Die meisten Touristen strömen auf den Markt La Boqueria. Wir sind ja die totalen Marktliebhaber und haben auch nichts gegen überdimensionierte Touristen-Märkte, aber irgendwie freundeten wir uns diesmal nicht so mit dem Gedanken an den La Boqueria an. War auch nicht notwendig, denn wir sind bei unseren Streifzügen zufällig auf den Mercat de Santa Caterina, mit seinem bunten gewölbten Keramikdacht, gestoßen. Total sauber, wenig los, zentral gelegen, nette Stände und VerkäuferInnen. Wir haben hier Safran gekauft! Den braucht es ja bekanntlich für eine gute Paella. Gesehen haben wir aber auch alles andere: frisches Obst und Gemüse, Unmengen an Delikatessen und jedes Einzelteil von Tieren. Wir sind ja beide nicht so die Fans von Innereien und gehäuteten Tierköpfen in den Auslagen, aber das gehört dazu.

Cementerio de Muntjuic

Gleich vorweg: Trotz Zuteilung zur Sightseeing-Rubrik  nehmen wir hier respektvoll Abstand davon, einen Friedhof als Sehenswürdigkeit zu betiteln.

Die Lady hat aber seit Anbeginn ihres Daseins eine unbändige Faszination für Friedhöfe entwickelt. In jedem Land, in jeder Stadt und in jedem Dorf besucht sie ehrwürdig einen Friedhof. Es sagt so viel über eine Kultur aus, wie sie mit ihren Verstorbenen umgehen und wie sie diese bestatten. Die Ruhe und die morbide Schönheit ist so oder so auf jedem Friedhof einzigartig und meistens sind die Friedhöfe aber auch wirklich an den schönsten Punkten der jeweiligen Orte zu finden.

So auch hier. Der Cementario liegt einen Steinschlag vom Castell de Montjuic entfernt. Laut Wegbeschreibung würde man das nie zu Fuß schaffen, ist aber mit gutem Schuhwerk kein Problem. Ein bisschen über Stock und Stein und mit etwas Abenteuerlust findet man schon bergabwärts einen Eingang. Dieser Friedhof ist mit seinen 57 Hektar ein wahnsinnig weitläufiger Park, der neben den letzten Ruhestätten auch 150 Jahre Kunstgeschichte beherbergt.

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Barcelona so enorm an, dass die kleineren Friedhöfe der Stadt nicht mehr ausreichten. Also wich man auf den Hausberg Barcelonas aus – dem Montjuic. Auf diesem Friedhof sind die verschiedensten Arten der Beisetzungen zu sehen: von prachtvollen Mausoleen und kunstvoll gestalteten Bodengräbern bis hin zu gestapelten Gemeinschaftsgräbern. Auf dem höchsten Punkt des Friedhofes kann man sogar ein Krematorium der Römer sehen.

Wir sind vom Castell de Montjuic hingelaufen und somit nicht über den ausgewiesenen Haupteingang eingetreten, sondern über irgendeinen Nebeneingang. Der Vorteil war, dass wir den Friedhof von oben nach unten durchspaziert sind. Andersrum kann das schon mal anstrengend werden. Wobei der gesamte Cementerio an ein Bussystem angeschlossen ist. Die Bushaltestationen sind überall im Friedhof prominent verteilt. Das war sogar uns zu speziell. Wobei wir das Angebot annehmen hätten sollen:

Unser Tipp: Eventuell doch das spezielle Angebot des Busses annehmen. Wir haben es ausgeschlagen und sind ziemlich weit gelaufen, was nach dem ziemlich weiten Lauf durch den Friedhof dann eher anstrengend geworden ist. Aber beim Ausgang neben der Gedenkstätte „Fossar de la Pedrera“ gibt es keine Anbindung zum Bussystem – also sind wir mal 15 Minuten gelaufen um dann wieder mobil zu werden. Noch kurz zum Fossar de la Pedrera: Im Westen des Friedhofs befindet sich ein ehemaliger Steinbruch, in dem Erschießungen in der Zeit des Franquismus stattgefunden haben. Ein Denkmal/Mahnmal erinnert dort an die Opfer.

Fossar de la Pedrera am Cementerio de Montjuic
Fossar de la Pedrera

Cementerio de Montjuic Cementerio de Montjuic Gräber am Cementerio de Montjuic

HANGOVER IN BARCELONA –
die Party davor

Ein Hangover gehört auf die To-Do-Liste? Natürlich!

Vielleicht nicht zwingend ein Hangover, aber die Party, die dem ganzen vorangeht schon. Dank den Empfehlungen und urbanen Einführungen einer lieben Exil-Lungauerin hatten wir es richtig leicht. Die Lokalauswahl wurde uns quasi abgenommen und wir konnten gleich mit Cocktails einsteigen.

Die Formel für einen grandiosen Abend ist bei uns relativ einfach:

1 Bar + 10 Cocktails + 4 KellnerInnen + Musik-Baby = CookauParty

Die Bar befindet sich in El Born und heißt simpel „Crepes al Born“. Wir hatten ja mal wieder das „Glück“ so früh dran zu sein, dass wir ohne große Probleme in das Lokal durften. Gut, wenn der Rhythmus noch auf österreichische vorabendliche Programmgestaltung gepolt ist. Ein paar Stunden später bildete sich schon eine ansehnliche Schlange vor dem Türsteher. Zu dem Zeitpunkt hatten wir uns schon einmal der längsnach durch die Cocktailkarte getrunken. Entschuldig: ER hat sich da schon einmal der längsnach durchgetrunken. Sie blieb stoisch bei ihrem momentanen Lieblingscocktail: Moscow Mule – der auch in dem Blechbecher des Crepes‘ al Born funktioniert. Der Koch hat was mit Thymian versucht, was mit Süß, was mit Sauer und ist die letzten paar Runden dann ebenfalls auf den Blechbecher umgestiegen.

Cocktails im Crepes al BornWie herrlich cool doch die Kellner waren in ihren Schürzen, mit ihrem Talent und ihrer Coolness. Erfrischend freundlich und entspannt. Bei jedem guten Mit-Sing-Song wurden die Lampen, die von der Decke hingen angestoßen, damit sie quer durch den Raum fliegen. Ach wir möchten dort ganz schnell wieder hin.

Check them out: Crepes al Born

Kosten pro Cocktail zirka EUR 9,- – völlig verdient! Unbedingt probieren.

Passeig del Born, 12, 08003 Barcelona

HANGOVER IN BARCELONA –
der Tag danach

Fakt ist: Die Partynacht holt einen ein. Den einen mehr (ihn), den anderen weniger (sie). Der eine braucht ein deftiges Frühstück, der andere Wasser und seelischen Beistand. Das ist universell und vor allem international. Aber was einen Hangover in Barcelona recht angenehm macht, ist die schlichte Tatsache, dass man seinen müden, verkaterten Kadaver Richtung Meer schleppen kann. Man hat gleich das Gefühl, der Tag wäre nicht ganz so für den Kanal wenn man ihn am Strand verbringt. Die Zehen auch noch ins erfrischende Nass gestellt und schon geht’s gleich wieder besser. Ist man jedoch extrem übermüdet und reagiert auf akustische Reize etwas hysterisch, dann sollte man sich ein ruhigeres Fleckchen aufsuchen. Das Meeresrauschen ist zwar nicht lauter als sonst wo, aber die Strandverkäufer schreien mit erhöhten Dezibel – und davon gibt es genügend (Dezibel sowie Strandverkäufer).

Ansonsten ist der Stadtstrand sehr zu empfehlen. Life is better at the Beach.

Metrostation: Barcoleneta

Der Strand Barcelonetta Der Strand Barcelonetta Der Strand Barcelonetta in Barcelona Der Strand Barcelonetta in Barcelona

 

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7 thoughts on “Cook au Barcelona – 4 Tage

  1. Wow, das nenn ich mal einen ausführlichen Beitrag!
    Barcelona hat mir extrem gut gefallen – das Wetter war zum Glück auch traumhaft schön. Ist eine der wenigen Städte in denen ich es auch wirklich länger aushalten könnte, vor allem mit dem Strand, dem Nachtleben, der Sagrada Familia (so unfassbar beeindruckend – auch von Innen) und auch diesem einen kleinen Fußballverein 😉

    Schöner Beitrag!

    1. Lieber Jürgen!! Vielen Dank, ja du hast so recht – wir waren das 1. mal in Barcelona und definitiv nicht das letzte Mal! Wir standen sicher eine Stunde mit offenem Mund vor der Sagrada (pro Fasade) und auch der Parc Güell hat es uns angetan! Hier haben wir verstanden, warum dies Highlights und Must-See Punkte sind!! Lg Verena

  2. DANKESCHÖN! Da sind ja richtig gute Tipps dabei – ich freu mich schon auf diesen Trip!

    Besten Gruß – Sabine

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