Komm mit nach Venedig und verbring eine Nacht mit uns

Langsam aber beständig schippert die Fähre in Richtung Venedig. Viele Male war ich früher schon hier. Dabei fällt mir auf, dass ich alle Besuche bereits sehr früh in meiner Kindheit gemacht habe. Die meisten davon mit meiner Familie, während unserer jährlichen Urlaube an der Adriaküste. Mit einem seligen Lächeln denke ich an diese Zeit zurück. Und frag mich, wie es wohl für Martin ist – denn er war noch nie in Venedig. Wobei man auch ohne physische Anwesenheit irgendwie immer schon einmal in Venedig war. Man kommt dank Filme, Bücher, Dokumentationen gar nicht an dieser Stadt, gebaut auf ihren Pfählen, vorbei. So frage ich ihn, was er sich von Venedig erwartet, wie er sich diese einzigartige Stadt vorstellt. Er berichtet, dass er sich die Stadt kompakt, mit vielen Gassen vorstellt. Dass er befürchtet, dass viel Trubel und Tumult vorherrschen werden – aber sonst kann er die Vorstellung schwer in Worte fassen. Ich lächle und blicke wieder nach vorne und erkenne in der dunstigen Entfernung, wie der Campanile in unser Blickfeld erscheint.

Oh Serenissima –
du Grand Dame der Städte –
du Wunderschöne.

Venedig

Serenissima, die Allerdurchlauchteste

Die Fähre fährt an ihre Anlegestelle nur einige Meter neben dem Markusplatz von Venedig ein und schon trifft uns der touristische Alltag wie eine Faust. Die wunderschöne Architektur kann fast nicht genossen werden, weil man sich vor Selfiesticks und Sonnenschirmen, beides gehalten von einer Unzahl an Händen, ducken und in Acht nehmen muss. Die ruhige Fahrt mit dem Boot und die schöne Skyline der Stadt hat mich beinahe vergessen lassen, wie sehr es hier zugeht – egal zu welcher Jahreszeit. Die Stadt befördert 25 Millionen TouristInnen jährlich durch ihre Gassen und zählt zu den am meisten besuchten Städten weltweit. Wir jedoch halten an unserem Vorhaben fest, stemmen unsere Beine in den Boden, wappnen uns gegen das Umrepeln und heben unseren Blick. Wir sehen die wunderschöne Bauweise des Dogenpalastes, der Markuskirche, des Campaniles. Für einen kurzen Moment blenden wir die hunderten Besucher rund um uns aus und genießen es. Die einzigartige Schönheit dieser Stadt besticht, wenn gleich sie sichtbar in die Jahre kommt und einen morbiden Charme ausstrahlt. Wind, Wetter, Touristenmassen und all die Umwelteinflüsse zollen ihren Tribut und die Stadt trägt Spuren auf ihrer Hülle – tief und markant. Man merkt unweigerlich, dass auch die Serenissima vergänglich und endlich ist und es stimmt einen melancholisch. Für diesen kurzen Moment jedoch genießen wir die Lagunenstadt und stürzen uns ins Getümmel.

Noch mehr können wir die Stadt in ihrem sanften Dämmerlicht genießen. Die unzähligen Tagestouristen verlassen die Venedig und es schon legt die Stadt ein ruhigeres Tempo an den zu Ende gehenden Tag. Einige Besucher bleiben über Nacht und genießen die träger werdende Stadt. Alles taucht in sanftes gold-rosa Licht und die Gondeln wiegen sich malerisch an dem Ufer des Markusplatzes. So – genau so muss man sich Venedig in Erinnerung behalten. Für immer Serenissima.

20 Sekunden unnützes Wissen mit Vreni

Es ist wie es ist! Ein Fluch und ein Segen zu gleich! Denn jedes noch so seichte Wissen, jede noch so große Besonderheit einer Gegend wird aufgesaugt und nicht mehr vergessen, nie mehr. Weil jedoch nicht jeder dieses Wissen auch haben möchte, gibt es hier eine extra Kategorie – benannt nach einem augenzwinkernden Ausruf meiner Familie, den ich nicht nur einmal im Jahr höre:  20 Sekunden unnützes Wissen mit Vreni. Dort findet ihr ein paar extra Fakten, Wissenswertes, Lustiges zu Venedig, dem Markusdom, Dogenpalast, den Gondeln, Venedigs Tauben und Bellini sowie Carpaccio – oder wusstet ihr schon, dass das Carpaccio eigentlich aus Venedig kommt und nach einem Maler benannt wurde? Oder stellt ihr euch gar nicht die Frage, warum es Venedig überhaupt gibt? Eine Stadt, im Meer, auf Pfählen?

Venedig

 

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