20 Sekunden unnützes Wissen mit Vreni – Fakten zu Venedig

Hier findest du ein paar extra Fakten, Wissenswertes, Lustiges zu Venedig, dem Markusdom, Dogenpalast, den Gondeln, Venedigs Tauben und Bellini sowie Carpaccio – oder wusstest du schon, dass das Carpaccio eigentlich aus Venedig kommt und nach einem Maler benannt wurde? Oder hast du dir überhaupt noch nie die Frage gestellt, warum es Venedig überhaupt gibt? Eine Stadt, im Meer, auf Pfählen?

Doch? Na dann bist du hier genau richtig:

20 Sekunden unnützes Wissen mit Vreni – VENEDIG

Venedig

Venedig, die Flüchtlingskolonie auf Pfählen

Venedig ist im Grunde seiner Urfunktion nichts anderes, als ein Exil für ewige Flüchtlinge. Das Volk der Po-Ebene, die Veneter, wurden stets heimgesucht, von den Goten, von den Vandalen, von den Longobarden und sogar von den Hunnen – es reichte. Die Mutigen unter ihnen, flüchteten mit ihren Fischerboten aufs Meer. Mehrmals. Was, wie ihr euch vorstellen könnt, sehr frustrierend war. Als einer der unzähligen Angriffe vorbei war, gingen einige wieder zurück ans Festland, andere wiederrum blieben. Das klingt zwar nach einem Insel-Idyll, aber das war es ganz und gar nicht. Nur äußerste Verzweiflung lies die Veneter bleiben, denn Malaria-verseuchte Mückenkolonien qüalten die Bewohner im Exil und in der Heimat lauerten weitere Angriffe. So blieben sie. Und die Venezianer – wie sich die Kolonie nun nannte – waren immer schon findig und konnten mit einem ausgeklügelten System den dauerschlammigen Untergrund bebauen. Sie kamen drauf, dass man mit langen Stehern den Boden fixieren kann. Nach drei Metern stößt man nämlich auf relativ festen Lehmboden. Der Pfahluntergrund für Venedig war geschaffen und Millionen der Holzstämme wurden in den Boden gerammt und freudig bebaut. Solange die Pfähle unter Wasser sind, passiert ihnen auch nichts, sie halten noch weitere Jahrhunderte ohne marode zu werden. Was wohl nicht mehr so lange hält, ist die Stadt an sich: Immer schwerere größere Bauten haben die Stadt schon vor Jahrhunderten in den Boden gedrückt. Umwelteinflüsse unserer modernen Zeit ließen Venedig in den letzten Jahrzehnten um 20 Zentimeter sinken und so ist es nicht erstaunlich, dass die Wassermassen mehrmals pro Jahr, während dem „Acqua-Alta“ über die Ufer treten und sämtliche Gassen und Plätze überschwemmen. Natürlich gibt es viele umstri2o Sekunden ttene Projekte zum Hochwasserschutz, aber wie nachhaltig diese sind, oder ob sie der Natur der Lagune  nur noch weiter schaden, wird sich zeigen.

 

Dem Hochwasser zum Trotz – Libreria Acqua Alta

Viele Venezianer haben sich mit dem Hochwasser einfach abgefunden und haben sich der Urgewalt gefügt. So waren wir in der charmanten Buchhandlung mit dem passenden Namen „Libreria Acqua Alta“ und entdecken, dass alle Büche in Badewannen, Kisten und einer Gondel verstaut werden. Diese können bei Hochwasser einfach hochgehoben und so geschützt werden.

Die Todessäulen des Dogenpalastes

Der Dogenpalast war das repräsentative Zuhause der Dogen, der Fürsten von Venedig. Davon gab es einige, wobei in den letzten Jahrhunderten gar nicht mehr so leicht war, eine etwaig vakante Dogen-Stelle neu zu besetzten. Einem früheren Fürsten ist die Macht etwas zum behüteten Kopfe gestiegen und er hat allerlei Schindluder getrieben. Das war auf der Insel nicht gern gesehen – also wurde seine Macht demonstrativ beschnitten und er hatte schlussendlich nur noch repräsentative Dienste zu erledigen. Die waren noch ein wenig strenger, als in monarchischen Gegenden die wir aus diversen Magazinen kennen: In Venedig gab es nämlich den Rat der Zehn – dieser führte, lenkte und leitete die Politik der Lagunenstadt, der Doge hingegen war ein Vorzeigemännlein. Was er aber tun konnte, war in den Gängen des Palastes zu spazieren und ab und an Todesurteile vom Balkon des Gebäudes zu verlesen. Diese wurden allesamt zwischen zwei Säulen ausgesprochen. Offensichtlich haben diese blutrünstigen Urteile Spuren hinterlassen: die zwei Säulen, zwischen denen die Todesurteile verlesen wurden, sind beide rot gefärbt.

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Der Campanile und der Dogenpalast von Venedig

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Die gestohlenen Gebeine

Diese Venezianer sind ja mal ein Völkchen – bedenkt man, dass sie eine Stadt auf dem Wasser gebaut haben, darf man sich über andere flexible Lösungen auch nicht wundern. So geschah es, dass der ganze Aufschwung der Lagunenstadt ein wenig illegal zustande kam. So haben venezianische Landsleute in einer ägyptischen Handelsniederlassung den zufälligen Zugang zu den vermeintlich heiligen und sicherlich echten Knocherl, vom ebenso heiligen und sicherlich echten Markus (der, dessen Evangelium wir im Religionsunterricht gehört haben) gestohlen haben. Diese Knocherl wurden dann nach Venedig geschifft und einfach mal behalten. Und schon war der spirituelle Tourismus im Gange. Dann hat der Doge (oder der Rat der Zehn) beordert, dass sie den heiligen Knochen eine Stätte bauen und haben den Markusdom gebaut und gleichsam die ganze Stadt auf Markus gebrandet. Seitdem prangt überall der Markuslöwe herunter und du kannst dich schier nicht mehr wehren. Gut gemacht. Eine Marke war geboren.

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Der Markusdom in Venedig
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Der Markusdom

Die gestohlenen Pferde von Venedig

Was schon einmal so gut funktioniert hat, kann man gleich noch mal wiederholen. Ein paar Jahrhunderte später nämlich waren die seefahrenden Venezianer wiedermal unterwegs. In Konstantinopel um genau zu sein. Die Seefahrer haben die vier Pferde – oder auch Quadriga – eingepackt und mit nach Hause genommen, wo sie fortan die Fassade des Markusdom schmückten. Die Quadriga, die jetzt zu sehen ist, ist eine Kopie. Die Originale wurden gut im Inneren verstaut, weil sie durch Erosionen, Verschmutzungen und vielem anderen Zeug, schon löchrig wurden. Bei Restaurationen wurden die Pferdestatuen falsch zusammengebaut. So sind sie aktuell zueinander geneigt – ursprünglich hingegen zeigten die Häupter der angriffslustigen Gäule nach außen

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Die Quadriga

Die teuren Tauben am Markusplatz

Das wohl meistfotografierte Motiv in den heimischen Fotoalben war ein Taubenfoto vom Markusplatz. So hat man damals für ein paar Schilling Maiskörner kaufen und die Hand ausstrecken können und schon sind Massen an Tauben auf die Handfläche geflogen. Das ist nun verboten – mit drakonischen Strafen: Kauft man unwissentlich bei einem fliegenden Händler ein solches Futter, zahlt man gleich mal 500 Euro. Und Unwissenheit oder Dummheit schützen hier wahrlich vor Strafen nicht – und eins sei festgehalten: Polizia, Carabiniere und andere Ordnungshüter sind am Platz zu Haufen unterwegs!

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Die schwarzen Bananen in den Kanälen Venedigs

Zum Bild, das jeder von uns zu Venedig hat, gehören die Gondeln mit ihren singenden Gondoliere dazu. Elegant wird das Bott durch die Kanäle manövriert, während der attraktive Gondoliere eine Opernarie zum Besten gibt und sich Verliebte inniglich küssen – der Gipfel der Romantik. Ganz so realitätsfern ist das ganze gar nicht, wenn man eineinhalb Augen zu macht. So hört man tatsächlich ab und an Opernariensingende Gondoliere durch die Kanäle gleiten – solange es keinen Gondel-Stau gibt. Die romantische Stimmung ist ziemlich teuer – so kostet eine Fahrt satte 80 Euro. Und viele inniglich küssende Verliebte haben wir nicht gesehen, eher wieder die Selfiestick-Fraktion.  Aber Romantik liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Nicht im Auge des Selbigen liegt die Gondel-Gestaltung an sich. Die hat schwarz zu sein. Per Dekret von annodazumals. Da wurde es einem Dogen (oder dem Rat der Zehn) zu bunt und er hat alle individuellen Wasser-Gefährte verboten. Lediglich erlaubt wurden jene, die den Regeln gehorchen: Schwarz und einheitlich! Diese schwarzen Gondeln sind ein wirklich gut durchdachtes und ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst. So ist der vordere Metallbeschlag (ferro di prua genannt) 20 Kilogramm schwer und soll das Gewicht des hinten stehenden Gondoliere ausgleichen. Er besteht aus sechs Zacken, welche die sechs Sestiere (Bezirke) Venedigs repräsentieren sollen. Die Bauweise an sich muss aufgrund der schmalen Kanäle ebenso schmal und flach sein. Dabei ist die jetzige Form der Gondel noch gar nicht so alt. Denn heutzutage ist sie Bananen-förmig gebogen. Das hat einen enormen Vorteil: seit dieser Entwicklung kann ein Gondoliere seine Gondel ganz alleine steuern.

Von unbezahlbaren Bellinis, malerischen Carpaccios und dem ganz alten Glanz

Gelb schimmert das Licht durch die milchigen Fenster. Kein Einblick gestattet – ein Eintritt hingegen schon. Die elitäre Bar am Canal Grande ist über ihre Grenzen hinweg bekannt: Harrys Bar – benannt nach einem Amerikaner. Dort ging früher die Hautevolee ein und aus. Schlürfte ihre Montgommery‘s und ihre Champagner. Und dort wurde auch der Bellini erfunden – und kostet aktuell über 20 Euro. Neben dem Bellini hat der kunstaffine Besitzer auch das Carpaccio entwickelt und ebenfalls nach einem venezianischen Maler benannt (Giovanni Bellini und Vittore Carpaccio).

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Schau dir hier unsere Fotostrecke zu unserem Venedigaufenthalt an und hol dir Inspiration für deinen nächsten Urlaub!

 

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